Identity-Security-Trends 2026
Identity Security: Welche 3 Trends 2026 mit sich bringt
Strategiemeetings, Maßnahmenpläne, Positionierungsrunden – der Jahresanfang ist traditionell eine heiße Phase. Doch in diesen Routinen geht das Thema Identity Security oft unter. Dabei entscheidet kaum etwas so stark über Resilienz, Compliance und Geschäftsfähigkeit wie ein sauber abgesichertes Identitäts-Ökosystem.
Diese Trends sollten Organisationen im Jahr 2026 kennen und konsequent auf ihre Strategie-Agenda setzen.
Trend #1 FGA wird zum Authorization-Standard
Viele Unternehmen setzen im Berechtigungsmanagement weiterhin auf klassische Rollenmodelle. Doch starre Rollen (RBAC) stoßen in modernen Architekturen längst an ihre Grenzen: Microservices, APIs, SaaS-Plattformen, Multi-Tenant-Kontexte und dynamische Workflows verlangen heute mehr.
Genau hier kommt Fine-Grained Authorization (FGA) ins Spiel. Statt pauschal festzulegen, was eine Rolle darf, ermöglicht FGA kontextabhängige, regelbasierte und hochpräzise Berechtigungsentscheidungen. Faktoren wie Nutzerverhalten, Mandant, Objekt, Zeitpunkt oder Beziehung zu anderen Entitäten fließen dynamisch in die Entscheidungslogik ein.
Unternehmens-To-do: 2026 führt kein Weg mehr daran vorbei, Authorization neu zu denken. Firmen müssen Rollenmodelle entschlacken, Kontexte definieren und die Autorisierungslogik aus den Anwendungen herauslösen. FGA wird vom Nice-to-have zum zentralen Baustein moderner Identity Security – besonders im Zusammenspiel mit Zero Trust, CIAM und komplexen B2B-Ökosystemen.
Konkrete Schritte für 2026:
- FGA evaluieren oder pilotieren (zum Beispiel Cedar, OPA, SpiceDB, AuthZed, Permit.io)
- Authorization entkoppeln: Policy-as-Code statt Logik in der Anwendung
- Attribute definieren & harmonisieren (Kontext, Objekt, Beziehungen)
- Rollenmodelle bereinigen: weniger Rollen, mehr dynamische Regeln
- Logs & Auditfähigkeit stärken: Entscheidungen müssen feingranular, transparent und nachvollziehbar sein
Trend #2 Passwordless Authentication – mehr Pflicht als Kür
Der jährliche „Ändere-dein-Passwort-Tag“ am 1. Februar zeigt nur mittelmäßig Wirkung. Denn laut einer Studie des Bitkom e.V. nutzt gut ein Viertel der Internetnutzer einfache Passwörter wie „geheim“, „123456“ oder persönliche Informationen wie Geburtstage und Namen von Angehörigen. Dabei ist den meisten bewusst, dass sie damit das Risiko erhöhen, Opfer eines Hackerangriffs zu werden. Im Unternehmensalltag verhält es sich ähnlich – Passwörter gelten als Belastung.
Deshalb ist die passwortlose Authentifizierung auf dem Vormarsch. Denkbar sind dabei biometrische Authentifizierungen wie Fingerabdrücke oder Spracherkennung, FIDO2 und Passkeys, die kryptografische Schlüssel auf Endgeräten speichern oder Authentifizierungs-Apps, die anstelle der Eingabe von Anmeldeinformationen auf Push-basierte Anmeldungen setzen.
Unternehmens-To-do: Verantwortliche sollten im Jahr 2026 ihre Passwortabhängigkeit radikal reduzieren. Denn andernfalls laufen sie Gefahr, Cyberkriminellen die Türen zu Identitäten zu öffnen. Außerdem bringt Passwordless Authentication einen weiteren Vorteil mit sich: Sie ist deutlich benutzerfreundlicher.
Konkrete Schritte für 2026:
- Passwordless für interne Belegschaft ausrollen (FIDO2, Passkeys)
- Risk-based Authentication aktivieren (Signale statt Passwortversuche)
- API-Keys durch rotierbare Tokens ersetzen
- Credential Hygiene: 90-Tage-Rotation, kein Shadow-IT-Credential-Speicher
Trend #3 ITDR gegen Deepfake
Identitätsangriffe verändern sich rasant. 2026 werden Angreifer nicht mehr nur Passwörter stehlen oder Sessions kapern – sie erzeugen Identitäten, die es in Wahrheit gar nicht gibt. KI-generierte Stimmen, täuschend echte Videos, Chatbots, die Führungskräfte imitieren, oder vollständig synthetische Nutzerprofile machen klassische Prüfmechanismen wirkungslos.
Parallel dazu reichen einmalige Authentifizierungen nicht mehr aus. Wer die Stimme eines CFO fälschen oder dessen Gesicht animieren kann, überwindet biometrische Systeme mitunter ebenso leicht wie menschliche Aufmerksamkeit.
An diesem Punkt trifft ein neues Risiko auf eine alte Schwachstelle: Viele Unternehmen überprüfen Identitäten nur beim Login – nicht während der Sitzung. Genau deshalb gewinnt Identity Threat Detection & Response (ITDR) enorm an Bedeutung. ITDR überwacht Identitäten kontinuierlich, erkennt Abweichungen vom gewohnten Verhalten und blockiert Zugriffe, wenn irgendetwas nicht zusammenpasst.
Unternehmens-To-do: 2026 nimmt das Thema „Social Engineering“ eine neue Dimension an. Es gilt also einerseits, das Bewusstsein der Mitarbeiter für Betrugsformen wie CEO- oder Supplier-Fraud zu schärfen. Andererseits müssen Single Points of Failure wie beim einmaligen Login der Fall vermieden werden, indem permanent jede Aktion, Anfrage und Rechteausweitung bewertet, überprüft und validiert werden.
Konkrete Schritte für 2026:
- Konsistente, kontinuierliche Risikoanalyse aller Identitätsaktionen aktivieren (statt nur Login-Checks)
- Mitarbeitende für „synthetische Glaubwürdigkeit“ sensibilisieren – KI-Fälschungen wirken oft natürlicher als echte Interaktionen
- Notfallprozesse für Identitätsbetrug definieren (z. B. bei gefälschten Zahlungsfreigaben)
- ITDR-Lösungen evaluieren (z. B. PingOne Protect, CrowdStrike Falcon Identity, Entra ID Protection)
2026 sicher aufgestellt!
Auch 2026 ruhen Cyberkriminelle nicht. Neue Technologien erleichtern ihnen den Zugang in IT-Netzwerke. Zumindest, wenn Unternehmen nicht aufrüsten. Denn auf der Seite der Verteidiger stehen heute ebenso starke Werkzeuge bereit, um Angriffe frühzeitig zu erkennen und wirksam zu stoppen – diese müssen nur Teil der Unternehmensstrategie werden.
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